23 Jahre online

Ich sortiere gerade meinen Technikschrank und dabei fiel mir mein Akkustik-Koppler Radio Shack TRS-80 AC-3 in die Hände, mit dem ich Mitte der 80er das erste Mal online war. Ich hatte dazu ein 20 meter langes Telefonkabel mit einem schwer zu beschaffenden Telefon-Klinkenstecker in mein Zimmer nach oben gelegt. Die Geschwindigkeit maß man damals noch in Baud, die Post war für die Telekommunikation zuständig und nutze ihr Monopol für einen absolutistischen Regelwahn und hohe Preise für’s Telefon. Modem? – Verboten! Ich errinnere mich, wie ich in Lübeck Anfang Dezember Informationen zu Datex-P haben wollte: „Oh, da müssen wir mal gucken, wo wir das haben, Sie sind der erste in diesem Jahr.“ von Internet sprach noch niemand, wohl aber von BBS und DFÜ oder Usenet.

AKKUSTIK-KOPPLER

Jedes Husten verschob die Bits, so dass man nur noch wirre Zeichen sah, bis sich das Gerät wieder fing, man konnte Text ohne Probleme mitlesen, weil er so langsam auf dem Fernseher oder Grünmonitor erschien. Andi Müller Maguhn hatte sich ein RS232-Anschluss für den Joystickport seines Atari 600 gelötet, an den er sein Datenklo anschließen konnte. Die Post hatte gerade erst BTX gestartet, das geheime Passwort des BTX-Terminals am Hauptbahnhof hieß „POST“, manche Großrechner machten einen zum Admin, wenn man drei mal das falsche Passwort eingegeben hatte.

Und Datenfernübertragung klang noch schön, wie eine Mischung von Datasette und Fax.

TRS-80 Acoustic Coupler

Und das war noch Jahre vor der Erfindung von Gopher, das heute nur die wenigsten noch kennen, weil das einfach vor ihrer Zeit war. Wahrscheinlich waren wir damals wirklich eine Art Avantgarde und haben uns mit Dingen beschäftigt, die im Bewusstsein der Anderen erst zehn Jahre später ankamen. „Neuromancer“ ist auch schon von 1984, der „Schockwellenreiter“ von 1975.

Postzugelassener Akkustik-Koppler

Später gab es den Koppler auch schneller, Post-zugelassenen und mit BTX-Mode.


Sonntags auf Schloss Burg

Schloss Burg Solingen

Am Sonntag habe ich einen klassischen Ausflug gemacht. Dass es voller Touristen war, der Ostermarkt fast alles zugestellt hatte und die Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts wiederaufgebaut worden sind, konnte dem Charme dieses Ortes nichts anhaben. Irritierend waren nur die Wandgemälde, die historisierend statt historisch waren, aber der Abriss Mitte des 19 Jhdts. erklärte das.Apothekenmuseum

Die mittelalterliche Anlage in Verbindung mit den paar Museen, wie zum Beispiel dem Apothekenmuseum sind wirklich sehenswert, die anwesenden Kinder hatten auch alle eine extrem lange Aufmerksamkeitsspanne. Wer will kann auch mit der Seilbahn ins Tal der Wupper und von dort zur höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands wandern. Fazit: kann man machen.


Moderne Zeiten

Ruhuniversität Bochum

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Es hat mich schon wieder und nicht zum letzten Mal zur Ruhruniversität gezogen. Endsechziger und Siebziger-Jahre-Architektur in reiner Form. Der Beton ist in teilweise sehr schlechtem Zustand, den Waschbetonplatten, die bei jedem Schritt klappern, traue ich nicht mehr so ganz. Manche sind durchgebrochen und durch Baustellensperren abgesperrt. Das Ensemble ist faszinierend, schaut über das Ruhrtal wie aus einen Science Fiction Film, an manchen Orten fast elegent, an anderen von unmenschlicher Härte.

Ruhruni_MG_0135

Ich würde gerne eine große kulturgeschichtliche Ausstellung  über die 70er sehen oder einen guten Bildband darüber besitzen. Und zwar jenseits vom Deutschen Herbst und der Terrorismusdiskussion, die den Rest im öffentlichen Diskurs leider völlig überschattet. Vielleicht ist die Aufarbeitung auch ausgefallen, weil wir in der Zeit mit der Wiedervereinigung beschäftigt waren.


Bildschirmkalibration und die HiFi-Falle

Bildschirmkalibration mit Spetralphotometer

In den letzen Tagen habe ich einiges unternommen, um die Arbeitsumgebung unter Mac OS 10.5 zu optimieren. Scanner-Firmware-Update, aktuelle Softwares installieren, Qualitätsvergleiche der verschiedenen Scansoftwares und RAW-Konverter etc. Und nicht zuletzt die Bildschirme neu kalibriert. Der Eizo ist jetzt sicherlich für die bildmäßige Fotografie gut genug, aber je länger man sich mit Colormanagement auseinandersetzt, um so pingeliger wird man. Und ich habe 1998 damit angefangen, als Photoshop 5.0 das erstmal sinnvoll einsetzbar werden ließ. Ein ganz leichter Stich im Fast-Schwarz und winzige Helligkeitsschwankungen im Grauverlauf lassen mich von Hardware-kalibrierbaren Monitoren mit großem Farbraum träumen. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in die HiFi-Falle tappt, denn besser geht immer und good enough ist (erstmal) genug.


No Country for Old Men

Ein Film ist immer nur so gut wie sein Bösewicht, hat Alfred Hitchcock mal gesagt. Und dieser, von Javier Bardem gespielt, ist in dem neuen Film der Cohen-Brüder wirklich sehr gelungen. Ein lakonischer Psychopath mit ganz eigenem Arbeitsethos. Aber auch Tommy Lee Jones als desillusionierter Polizist und Josh Brolin, der als Jäger in die Szene tritt und als Gejagter endet, sind starke Figuren. Das Buch funktioniert sehr gut, die Dialoge sind großartig und nie mehr als nötig. Die Kamera von Roger Deakins ist nahezu perfekt, das Cinemascope Format wird den Landschaften von Westtexas und Mexiko gut gerecht.

Trailer: https://youtu.be/YBqmKSAHc6w

Trotz aller Spannung hat der Film ein eher langsames Tempo und wahrt, wie bei den Cohen-Brüdern üblich, einen gewissen Abstand zu den Protagonisten. Oscars sind ja nicht immer ein Garant für einen guten Film, ich finde zum Beispiel, dass man sich „A Beautyful Mind“, der 2002 ebenfalls vier Oscars erhielt, getrost schenken kann, ein super Beispiel, wie der Einfluss Hollywoods eine an sich spannende Geschichte verhunzen kann. Aber diesmal haben die Academy Awards durchaus Geschmack bewiesen, und haben einen wirklich großartigen Film prämiert. Man kann ihm fast jedem empfehlen, mit der einen Einschränkung, dass man, wenn man auf Gewaltdarstellungen empfindlich reagiert, sich das vielleicht ersparen sollte. Die Gewalt ist hier nie Selbstzweck und wird (allerdings nur teilweise) in ihrer Darstellung reduziert. Eine großartige Szene ist die, in der man den soeben stattgefundenen Mord nur dadurch identifizieren kann, indem Javier Bardem beim verlassen des Hauses kurz unter seine Schuhe schaut um festzustellen, ob noch Blut daran klebt.

Ich fast soetwas wie ein Fan der Coen Brüder geworden durch Filme wie Barton Fink, Fargo, The Big Lebowsky. Ladykillers habe ich mir gar nicht erst angesehen, weil die Vorschau schon Enttäuschung versprach. Umso mehr freue ich, dass sie nun mit No Country for Old Men in so überragender Qualität zurück sind.


Ausstellung Joanna Jesse in FFM

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In zehn Tagen ist die Vernissage der Einzelausstellung einer Freundin von mir: Joanna Jesse. Wenn Sie jetzt hingehen, können Sie später sagen, ich habe sie schon gesehen, als sie noch nicht so berühmt war. Oder: „Damals hätte ich mir das noch leisten können“. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Arbeiten live und groß zu sehen. 14.3. ab 19.00 Uhr.

„friends & mates“
Galerie Maurer
Fahrgasse 5
60311 Frankfurt/Main
Einzelausstellung
14 .März – 19. April 2008
http://www.galerie-maurer.com/de/ausstellung.html 


Ein zweiter Blick

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Bei erneuten Anschauen habe ich bemerkt, dass sich das Bild ein wenig sperrt, was an Leserichtung und Schwerkraftwahrnehmung zu liegen scheint. Um 90° gdreht wird es besser.


Planet Nummer 1

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Ich habe vor einiger Zeit mal Miniplaneten im Internet gesehen, die kugelförmige Verzerrungen von Panoramen waren. Heute habe ich bisschen nachgedacht und reproduzieren können, wie die entstanden sind. Es ist ganz einfach:

1: Man nehme ein 360° Panorama

2. Skaliert es auf ein quadratisches Format

3. Dreht das Bild um 180°

4. Filter/Verzerrungsfilter/Polarkoordinaten/rechteckig->polar

Dann beschneidet oder retuschiert man die Ecken: fertig

Wenn man kein 360°-Pano hat wie ich, wählt man vorher Filter/Sonstige/Filter/Verschiebungseffekt. Verschiebt die Nahtstelle der Enden weiter in die Mitte und pfuscht das mit dem Reparaturpinsel und Stempel nahtlos zusammen.


Apropos analog

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Ich komme jetz erst dazu, Bilder aus dem letzten Sommer zu Scannen. Ich hatte eine 6*12cm Noblex mit Norwegen, eine zylindrische Mittelformat-Panorama-Kamera, ideal für Landschaften. Den Detailreichtum kan der Scan leider nur unvollständig wiedergeben, ein Klick auf das Bild öffnet eine größere Ansicht auf flickr.


Polaroidfilme *sigh*

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Es ist zwar schon zwei Wochen her und war absehbar und doch hat die Nachricht, dass Polaroid keine Filme mehr herstellt, mich getroffen. Vor allem werde ich zwei Filme vermissen: SX-70 und Polariod 55. Den ersten, weil er eine ganz wunderbare Atmosphäre schuf und die dazugehörige Kamera ein Geniestreich ist. Außerdem war das ein Film, der buchstäblich kühlere Bilder machte, wenn es kälter war. Den zweiten, weil man mit eine Belichtung ein Positiv und ein Negativ in Schwarzweiß bekam. Das Negativ hatte wundervolle Tonwerte, war feinkörnig und unfassbar scharf. Ich habe mit der Sinar mal ein Bild aufgenommen von einem Schlachter. Ich hätte das Negativ auf über 2 Meter Seitenlänge vergrößern müssen, damit der Betrachter das „Made in France“, dass auf jedem Glied seines Kettenhemdes eingeprägt war, mit bloßem Auge hätte sehen können.


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