Der neue NEC 30-Zöller aus Bildbearbeitersicht

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Der neue Monitor ist jetzt seit einer Woche im Einsatz, Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht:

Ich habe mir den NEC Multisync LCD3090WQXi bei TFTshop.net bestellt. Der Shop war eine gute Wahl, die Aussagen über die Lieferfähigkeit stimmten genau und man hat schnell den Chef am Apparat, der auch etwas vom Thema versteht. Der Preis war mit 2089 EUR auch günstig.

Die Qualität des Monitors ist sehr gut. Obwohl er nicht hardwarekalibrierbar ist, lässt er sich sehr genau vorjustieren und sehr gut softwarekalibrieren. Es bleiben höchstens winzige Schwankungen in der Grauachse übrig, ansonsten ist er perfekt. Es gibt zwar eine Möglichkeit, den Monitor direkt mit einem Messgerät zu kalibrieren, aber die erschien in Tests der Kalibration über den Computer unterlegen und nur bedingt sinnvoll. Ich habe sofort Color Comp eingeschaltet, was zu einer praktisch absoluten Gleichmäßigkeit in Farbe und Helligkeit über den gesamten Schirm führt. In Winkelabhängigkeit, Bleeding und Kontrast macht das Display eine tolle Figur, wahrscheinlich ist die H-IPS-Panel-Technologie das Beste, was momentan verfügbar ist, wobei aktuelle S-PVAs dem wohl nicht viel nachstehen.

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Der größte Vorteil des neuen Monitors ist ohne Zweifel der überragende Farbumfang. Oben sehen Sie einen Vergleich zwischen dem NEC (grau) und meinem alten Eizo S2410W. Während der Eizo nicht einmal sRGB ganz abdeckt, schafft der NEC AdobeRGB fast vollständig.

Der alte war so nah an sRGB, dass mir gar nicht auffiel, dass Firefox 2 gar kein Bildschirmprofil bei der Ausgabe benutzt. Die Webseiten werden so stark gesättigt in der Farbe wiedergegeben, dass es manchmal schon fast wehtut. Safari 3 nutzt nicht nur das Bildschirmprofil, sondern unterstützt Colormanagement vollständig, wie man mit dieser Seite recht schön überprüfen kann: http://www.color.org/version4html.xalter .

Etwas erschrocken war ich über die Messunterschiede, die verschiedene Messgeräte erzeugen, mit dem Eye-One Display2 bekam ich schließlich die genauesten Ergebnisse. Aber es stimmt schon: Wer viel misst, misst viel Mist.

An die Größe von 30 Zoll habe ich mich sehr schnell gewöhnt, obwohl das ungefähr 65*45 cm entspricht, ist das als Arbeitsplatzmonitor noch sehr gut handhabbar (ein 20-Zöller für Paletten und den Mailer steht daneben). Das Wacom A4 kommt mit der großen Monitorfläche gut zurecht, im Notfall lässt sich die Bezugsgröße mit einem Klick auf einen Monitor beschränken. Ein Bild von der Canon EOS 5D passt in 50%-Darstellung locker auf den Monitor, was die Bildbearbeitung in Photoshop sehr angenehm macht.

Gibt es Nachteile?

Nun, das Netzteil pfeift leicht, wenn der Monitor ohne Signal ist, im Berieb ist er aber nicht vernehmbar. Und er weist einen auf Farbprobleme hin, die man sonst vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte, aber dafür habe ich ihn ja gekauft.

Fazit: Ich bin voll zufrieden, die Qualität hat meine Erwartungen noch übertroffen. Echte Hardwarekalibrierbarkeit wäre das einzige, was noch zu wünschen  wäre, aber es geht auch sehr gut ohne.


Bildschirmkalibration und die HiFi-Falle

Bildschirmkalibration mit Spetralphotometer

In den letzen Tagen habe ich einiges unternommen, um die Arbeitsumgebung unter Mac OS 10.5 zu optimieren. Scanner-Firmware-Update, aktuelle Softwares installieren, Qualitätsvergleiche der verschiedenen Scansoftwares und RAW-Konverter etc. Und nicht zuletzt die Bildschirme neu kalibriert. Der Eizo ist jetzt sicherlich für die bildmäßige Fotografie gut genug, aber je länger man sich mit Colormanagement auseinandersetzt, um so pingeliger wird man. Und ich habe 1998 damit angefangen, als Photoshop 5.0 das erstmal sinnvoll einsetzbar werden ließ. Ein ganz leichter Stich im Fast-Schwarz und winzige Helligkeitsschwankungen im Grauverlauf lassen mich von Hardware-kalibrierbaren Monitoren mit großem Farbraum träumen. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in die HiFi-Falle tappt, denn besser geht immer und good enough ist (erstmal) genug.


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